„Floor 29“ eine der besten CDs, die ich in den letzten Monaten gehört habe.

21.10.2013

M.I.GOD. | Floor 29
Eigenproduktion | 10 Tracks | 41:13 Min.

Ich hatte schon vor einigen Monaten das Vergnügen, die erste Vorab-Version von der neuen M.I.GOD.-Scheibe erhalten zu haben. Ich kenne die Band schon erstaunlich lange, nämlich seit ihrem Auftritt im Jungen Theater zu Forchheim (meiner Heimatstadt) vor einigen Jahren. Viele werden nun ihre Unkenrufe ausschreien und ihr Gift verspritzen wollen, schließlich bin ich mit Max gut befreundet - Was aber nichts mit der folgenden Review zu tun hat. Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerade mit Freunden sehr kritisch bin. So nun denn, ich kenne die Scheibe schon etwas länger und ich habe sie von Max auf mein eigenes Verlangen bekommen, weil ich den Titel "Born To Burn" auf der MySpace-Seite gehört hatte und ihn unbedingt haben wollte. Gute Entscheidung, alleine diesen Titel habe ich unzählige Male, laut mitsingend, beim Autofahren gehört. Ein geiler Song, der groovetechnisch mit einer Mischung aus Sechserrhythmus (Schunkeln!) und treibendem Halftime-Vierertakt (Arschwackeln!) aufwartet. Bei diesem Titel passt alles, die Hookline ist großartig, das Riff schiebt wie die Angst. Mir gefällt das! Erstaunlich ist, dass die Platte auch im weiteren Verlauf nicht abfällt. Die Songs sind durch die Band stark, die Riffs treiben, die Refrains sind einprägsam. Besonders das leicht poppige "Seven Days" bleibt sofort im Gehörgang kleben und ist, überraschenderweise, bei genauerem Hinhören, dank liebevoller Details, gar nicht so poppig. Bei soviel Begeisterung gibt´s natürlich auch was zu meckern: Alles, was an Keyboards und Loops mitläuft kann den hohen Standard von Vocals, Bass, Gitarre und Drums nicht ganz halten. Das ist zwar alles mit viel Liebe arrangiert, allerdings könnte man das noch etwas hochwertiger hinbekommen. Aber, hey, wir reden hier über ein Album, das die Jungs selbst gemacht haben und das vom Songwriting und auch von der Produktion (großes Kompliment!) her tausendmal geiler ist, als all das, was uns zwölf mal im Jahr als "Newcomer des Monats" oder als kostenloser CD-Beileger in einschlägigen Magazinen angeboten wird. Für mich ist „Floor 29“ eine der besten CDs, die ich in den letzten Monaten gehört habe. Und da könnt Ihr Euch nun das Maul 10 mal zerreißen, dass ich mit Max befreundet bin, oder Ihr könnt selbst reinhören und Euch überzeugen.
 
Simon Michael
Drummer bei SUBWAY TO SALLY